2019 wurde an der Westseite des Bensheimer Bahnhofs ein Pavillon errichtet, um Menschen am Rande der Gesellschaft, die sich regelmäßig im Umfeld des Bahnhofs treffen, einen halbwegs geschützten Treffpunkt anzubieten. Gleichzeitig war dies Teil eines Sicherheitskonzeptes, um Konflikte mit anderen Nutzerinnen und Nutzern des Bahnhofs zu minimieren.
Das Konzept ging zunächst auch auf, die Konflikte wurden stark reduziert. Vor wenigen Wochen wurde der Pavillon jedoch abgebaut. Es sei – wie es von Seiten der Stadt heißt – vermehrt zu Situationen gekommen, die von vielen Bürgerinnen und Bürgern als konflikthaft empfunden wurden. Diese Gründe sind jedoch nach Auskunft der Streetworkerin nicht wirklich nachvollziehbar.
Der Pfarreiratsvorstand der katholische Pfarrei Heilig Geist an der Bergstraße und das Franziskushaus stellen in einer gemeinsamen Presseerklärung fest, dass „die Sorge um Menschen, die sich regelmäßig in diesem Umfeld bewegen, meist weil sie sonst wenig Gelegenheit zu sozialen Kontakten haben, zu unseren ureigenen Aufgaben gehören“ oder, wie es der Leiter des Caritas Zentrums Franziskushaus Andreas Waldenmeier ausdrückt „Menschen unterschiedlicher Herkunft und Teilhabe brauchen Orte und Räume, an denen Begegnung möglich wird und Gemeinschaft erlebt werden kann.“
Pfarrei und Caritas bitten deshalb die Stadtverwaltung, gemeinsam mit der Diakonie auf eine Lösung hinzuarbeiten, die nicht auf eine komplette Verdrängung des betroffenen Personenkreises aus dem Bahnhofsumfeld oder sogar der Innenstadt hinausläuft und die gleichzeitig dem Sicherheitsbedürfnis der sonstigen Nutzerinnen und Nutzer des Bahnhofs Rechnung trägt.